1. Die Planungsphase

Während der Planungsphase ist zunächst eine Detailstudie erstellt worden, deren Ziel es war, den Bedarf für eine europäische Akademie des Sports für den Sportraum Borken/Gelderland zu analysieren. Diese Studie, die vom Institut für Europäische Sportstudien an der Deutschen Sporthochschule Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Tokarski erstellt wurde, verdeutlicht anhand geographischer, demographischer, wirtschaftsstruktureller, sportbezogener sowie bildungsbezogener Faktoren, dass in dieser Region von einem gemeinsamen Lebens- und Sportraum Borken/Ost-Gelderland - zwischen europäischen Ballungsgebieten gelegen und eher ländlich geprägt - ausgegangen werden kann. Insbesondere die Analyse der Bildungsstrukturen hat ergeben, dass die Einrichtung einer Europäischen Akademie des Sports als Sportbildungsstätte einen weiteren Impuls für die bereits bestehende Bildungslandschaft darstellt.

Neben der Erstellung der Studie ist in der Planungsphase versucht worden, durch einige Seminare oder Gesprächsrunden den Austausch zwischen den Sportorganisationen auf deutscher und niederländischer Seite zu vertiefen.

2. Die Erprobungsphase

Als Auftakt für die Erprobungsphase diente die Tagung "Der Sport im zusammenwachsenden Europa" in deren Verlauf für verschiedenste Bereiche des Sports konkreter Handlungsbedarf aufgezeigt worden ist. Als aktuelle Problemfelder wurden neben der europäischen Sportpolitik selbst,

  1. die noch ungeklärte Situation der Ausbildung und Qualifizierung im Sport, Fragen der gegenseitigen Anerkennung sowie die Erarbeitung von eigenen europäischen Qualifizierungen im Zuge der angestrebten europäischen "Harmonisierung", 
  2.  die unbefriedigende Situation des Freizeit- und Breitensports in Europa im Hinblick auf Anspruch, Wirklichkeit, Bedarf und Konzeption,
  3. die mangelnde Transparenz der bestehenden Strukturen des Sports in den einzelnen europäischen Ländern und Fragen der Angleichung sowie
  4. die Frage der Notwendigkeit bzw. Nicht-Notwendigkeit europäischer Sportplanung
    benannt.

3. Realisierungsphase

In der Realisierungsphase, die Anfang 1994 begann, wurden die bis dahin durch die Seminare und den Erfahrungsaustausch gewonnenen Erkenntnisse umgesetzt und weiter ausgebaut. In dieser Phase erfolgte die endgültige Realisierung der Europäischen Akademie des Sports. Mit der Gewinnung des Sportrates Overijssel und dem beruflichen Weiterbildungsinstitut CIOS Arnheim konnte die Zusammenarbeit zu den Niederlanden ebenfalls weiter ausgebaut werden.

Als Sitz der Akademie konnte ab 1994 das Wasserschloss Pröbsting in Borken gewonnen werden. Dadurch wurde es möglich, erste mehrtägige Seminarveranstaltungen in angenehmer Atmosphäre durchzuführen. Sowohl Fachverbände als auch wissenschaftliche Einrichtungen wurden zu neuen Ansprechpartnern der Europäischen Akademie des Sports.

Am 16. November 1995 übergab Richard Winkels den Vorsitz der Akademie an den ehemaligen Kultusminister des Landes NRW, Hans Schwier. Dieser bekannte zu Beginn seiner eads-Präsidentenschaft, dass er bereits in seiner beruflichen Tätigkeit viel mit dem Sport zu tun gehabt habe und mit dieser neuen Aufgabe, ein gut gelungenes munteres Kind in die Volljährigkeit führen wolle. Für alle völlig unerwartet verstarb Hans Schwier im Sommer 1996.

Auf Grund einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Wasserschlosses Pröbsting erfolgte 1997 der Umzug der Akademie des Sports ins Sportschloss Velen. Sowohl die Gemeinde Velen als auch das Sportschloss Velen, Baron von Landsberg-Velen begrüssten und unterstützten die Standortwahl der Akademie.

Die Akademie konnte während dieser Zeit mit Hilfe des EU-Programmes Interreg II und der Unterstützung durch das Sportministerium NRW, den Ausbau des Netzwerkes und die Durchführung europäischer Maßnahmen finanziell sicherstellen.

Neue Kontakte nach Nordfrankreich (Region Nord pas de Calais) führten zu Kooperationsvereinbarungen, die eine stärkere Zusammenarbeit auf allen Ebenen des Sports beinhalteten.

Neben europäischen Sachthemen im Sport (Bosman-Urteil und seine Auswirkungen, Strukturenvergleiche der Fachverbände …) konnten auch Qualifizierungsmaßnahmen im Basketball, Seniorensport und im Sportmanagement durchgeführt werden.

4. Konsolidierungsphase

Mit der Präsidentschaft von Dr. Johannes Eulering am 30. Januar 1998, ehemaliger Ministerialdirigent im nordheinwestfälischen Ministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport, konnte eine eineinhalbjährige Vakanz in der Führung der Akademie des Sports beendet werden. "Der Sport muss ein viel grösseres politisches Gewicht erhalten. Hier könnte die Akademie des Sports als Sprecher der europäisch ausgerichteten Landessportbünde innerhalb des Deutschen Sportbundes agieren", so die damalige Zielvorstellung von Dr. Eulering, die zu einer Konsolidierung der Europäischen Akademie des Sports beitragen sollte.

Inzwischen haben 14 nordrheinwestfälische Fachverbände ihre Mitgliedschaft erklärt und den Aufbau grenzüberschreitender Kontakte mit Hilfe der Akademie des Sports Velen aufgenommen.

Mit der Vernetzung der Akademien aus Velen, aus Trier, Cottbus und der FVA Berlin sowie den Aufbau einer Euro-Sportregion mit Nord pas de Calais, Kent, Wallonie, Flandern, Gelderland, Nordrhein-Westfalen ergreift die Akademie wichtige Initiativen zum Aufbau des europäischen Sporthauses.

Mit der Kooperationsvereinbarung zwischen Landessportbund NW und der Europäischen Akademie des Sports Velen wurde eine ständige Partnerschaft am 18. Dezember 1998 im Sportschloss festgelegt.


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Tel. +49 (0) 28 71 / 2 17 65-680
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