Fußballexperten diskutieren bei der eads Velen über Mädchen- und Frauenfußball

„Grenzraum für Talentsichtung besser nutzen"

Carola Winter, Spielerin beim FC Twente, Klaus Jahn und Gisela Schmitz vom WFLV Nach Ansicht der Europäischen Akademie des Sports (eads) sollten in der Talentsichtung und -förderung im Sport und speziell im Mädchenfußball Deutschland und die Niederlande stärker zusammenarbeiten. „Wir sollten den grenzüberschreitenden Weg suchen und uns gegenseitig austauschen", sagte Vizepräsident Ludger Triphaus während eines Podiumgesprächs in Velen aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Euregio zum Thema „Sport in der Euregio: Mädchen- und Frauenfußball in der Grenzregion".

Möglichst kurze Wege seien wichtig, um Nachteile des ländlichen Raumes gegenüber Ballungsgebieten auszugleichen, meinte Triphaus vor Vertretern der Euregio, aus Sportorganisationen und des Sport-Service-Punktes Twente. „Wir haben 110 Kilometer gemeinsame Grenze. Die muss besser genutzt werden."

Jurgen Kok von der Fußballakademie Twente/Heracles stellte das niederländische Modell vor. Er erläuterte, dass um Enschede/Hengelo ein Umkreis von 50, 60 Kilometern gezogen werde, von dort talentierte Jungenfußballer zur Akademie geholt  und dort weitergebildet würden - auch aus Deutschland. Im Augenblick liefen Gespräche, wie dies auch tagsüber schulisch zu vereinbaren sei. Das sei insgesamt ein gutes Modell, bekräftigte Edwin Petersen, Trainer des Erstligafrauenteams von Willem II und Mitarbeiter des niederländischen Fußballverbandes. Im Frauenbereich sei Holland dabei, auf allen Ebenen mehr Professionalität einzubringen.

Ähnliche Entwicklungen sollten auch im Mädchen- und Frauenfußball vonstatten gehen, hieß es in Velen. Rita Wahl, Vorsitzende des Ausschusses für Mädchenfußball beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV), unterstrich die „gute Talentsichtung" des Deutschen Fußballbundes, der gerade durch Fußballerinnen einen neuen Schub an Teams und Spielerinnen verzeichne. Verschiedenen Sportschulen wie auch der in Kamen sollen ihren Infos nach demnächst Sportinternate angeschlossen werden. Drei hauptamtliche Trainerinnen arbeiteten in Westdeutschland - für die Verbände Westfalen, Nieder- und Mittelrhein - in der Talentförderung.

Rita Wahl, wie auch Gisela Schmitz aus dem Vorstand des WFLV, räumte in der von Klaus Jahn (WFLV) geführten Diskussion ein, dass auf dem Lande die Talentsichtung wesentlich problematischer sei. Vereinsvertreterinnen aus Ostwestfalen berichteten, aus diesem Grunde hätten sie Siebenermannschaften gebildet; wenn die um den Aufstieg spielen sollten, müssten sie zu einem Elferteam aufgestockt werden; hier seien noch viele verbandliche Hürden zu überwinden, um Mädchenfußball insgesamt noch attraktiver zu machen.

Carola Winter bedauerte, dass sie als Zwölfjährige damals nicht mehr in Jungenteams weiterspielen durfte. Heute ist die 20-Jährige aus Bocholt Bundesligaspielerin beim FC Twente Enschede. Dorthin wechselte sie im Vorjahr aus der deutschen Bundesliga, von der SG Essen-Schönebeck. Studium in Enschede und Erstligafußball erforderten einen hohen Zeitaufwand, weshalb sie jetzt in der Anfangs- und Eingewöhnungsphase im Psychologiestudium („Sportpsychologin beim DFB - das ist mein Traum") einige Abstriche machen musste: Bei täglichem Training „hätte ich sonst eine 70-Stunden-Woche" gehabt.

Auch Futsal war ein Thema im Sportschloss Velen. Das  modifizierte Hallenfußballspiel könne vielleicht auf Kunstrasenplätzen seinen Durchbruch im Freien schaffen: Anfänge dazu gäbe es in Dänemark. Futsal in der Halle käme der weiblichen Fußballtechnik zugute, sagten die Experten in Velen. Deshalb sollte die Entwicklung vorangetrieben werden. Auch die Männer entdeckten mehr und mehr das auf Schnelligkeit getrimmte Spiel: Im Januar spielten 14 Teams erstmals nach Futsal-Regeln den Bocholter Stadtmeister aus. Futsal pur gibt es am Freitag und Samstag (11./12. April). Dann wird der DFB-Futsal-Cup 2008 in der Rhein-Ruhr-Halle Mülheim ausgespielt.

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