Expertenaustausch: "Talente im Grenzraum finden und fördern"

Aus der guten Idee soll möglichst ein Pilotprojekt entwickelt werden: Mit diesem Auftrag gingen die Verantwortlichen vom Sport Support Twente Enschede und der Europäischen Akademie des Sports Velen (eads) aus einer Expertenkonferenz heraus. Sie forderte nach dem Tagesseminar „Schulsportkonzepte in der Talentförderung in den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen" im Sportschloss Velen: Talente im grenzüberschreitenden Raum finden und fördern.

Die Vertreter von Organisationen, Verbänden und Vereinen stellten verschiedene Fördermaßnahmen vor, die bereits bestehen. So reflektierte Rolf Saborowski über die Partnerschule des Leistungssport nach dem Bocholter Modell. In ihr werden Schüler über Mittag betreut, die anschließend auf hohen Niveau Volleyball (TuB Bocholt) spielen oder Leichathletik (LAZ Rhede) betreiben. Zu Beginn hätten „viele Barrieren aufgebrochen" werden müssen. Im fünften Jahr der Arbeit dieses Teilinternats könne jedoch eine zufrieden stellende Bilanz gezogen werden; drei Volleyballerinnen haben laut Saborowski den Sprung in die Bundesliga geschafft, eine Aktive steht im Jugendnationalkader.

Gerrit Dijkhuizen hatte zuvor die niederländische Lootschule vorgestellt, eine vom Ministerium anerkannte Förderschule. 24 gibt es davon in ganz Holland, die nächsten in Enschede, Almelo oder Arnheim. „Mit Loot zum Topsportler", heißt das Motto. Neben der schulischen Ausbildung steht das Training an erster Stelle. Das kann auch morgens sein. Da seien die Holländer sehr flexibel und nicht in starre Stundenpläne verwurzelt, wie etwa im deutschen Schulsystem, erklärte Dijkhuizen. Allerdings:Gute schulische Leistungen seien Grundvoraussetzung für eine Förderung.

Bei der Fußballakademie Twente/Heracles (getragen von den beiden Fußball-Erstligisten FC Twente Enschede und Heracles Almelo) „steht das Individuum an erster Stelle", erklärte Akademieleiter Jan oude Kalter. 80 Talente aus der Region um Twente werden derzeit ausgebildet, darunter auch einige deutsche Jugendliche. Ein talentierter Jugendspieler aus der Region - das gelte auch für Mädchen - müsse nicht mehrmals in der Woche nach Schalke oder Dortmund kutschiert, sondern könne auch hier ausgebildet werden. Ehrlichkeit sei bei allem Ehrgeiz angebracht. Kalter: „Wir sollten uns auch selbstkritisch fragen: Wie viele Talente werden tatsächlich später Fußballprofi?" Die Antwort des Akademiechefs: „Es gibt immer ein Leben nach dem Sport. Deshalb tragen wir als Fußballakademie auch die Verantwortung für eine gute Schulausbildung."

Wim Nieuwland vom Sport Support Twente, der auch die Internet-Sportlerseite www.euregiosport.eu unterstützt, kann sich auf der „Straße des Erfolges" ein „Twente-Sportzentrum" vorstellen: Darin sollten junge Leute aus verschiedenen Disziplinen gebündelt und ausgebildet werden. Vier bis acht Sportarten schweben ihm vor, beginnend mit Fußball, Volleyball, Handball. Startbedingungen: gut ausgebildetes Personal, Zusammenarbeit mit Schulen, gut Ausrüstung, finanziell sichergestellte Rahmenbedingungen. Wim Nieuwland will Neuland betreten im deutsch-niederländischen Grenzraum: „Alles muss top sein."

Dass in dieser Hinsicht  die Region erst noch zusammenwachsen und dies „endlich angepackt" werden müsse, hatte zuvor eads-Vizepräsident Ludger Triphaus gefordert.

Seine Erkenntnis: „Wir müssen strukturell besser miteinander arbeiten. Die Grenze ist nicht mehr da. Aber wo bleibt die Kompatibilität? Wenn holländische Topfußballer in Doetinchem spielen, erfahren wir das im 30 Kilometer entfernten Bocholt nicht. Die Fußballakademie FC Twente/Herakles ist eine der besten Ausbildungsstätten im Grenzraum, doch wie können wir dies beiderseits nutzen? Das haben wir noch nicht gelernt", sagte Triphaus: „Talentförderung ist in einem Flächenraum wie dem unserigen schwierig, doch die Grenze darf kein Hindernis sein. Die Plattform für Förderungen ist die eads Velen. Und wir müssen versuchen, neue Lebens- und Wirtschaftsräume zu entwickeln", forderte das eads-Vorstandsmitglied.

 


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