Sportwettenregulierung: „Es geht um existentielle Fragen des Sports“

 Komplexes Thema von in- und ausländischen Experten in Velen diskutiert

Ein komplexes Thema: Die Diskussion um die Sportwettenregulierung beschäftigte einen Tag lang Experten aus ganz Deutschland, die auf Einladung der Europäischen Akademie des Sports (eads) Velen im Sportschloss Velen ausgiebig diskutierten.

„Das Thema hat so viele Façetten - die vernebeln offensichtlich die klaren Fragen", brachte eads-Vorstandsmitglied, Ministerialdirektor a. D. Dr. Walfried König, die Sache auf den Punkt. Gleichwohl scheint fest zu stehen: Wenn der Fortbestand des bisherigen staatlichen deutschen Wettmonopols vor dem Hintergrund der Fragen des europäischen Rechts nicht gewährleistet wird, wird der „gemeinwohlorientierte Sport in Deutschland größte Probleme haben", erklärte Walter Schneeloch, Präsident des über fünf Millionen Mitglieder umfasenden nordrhein-westfälischen Landessportbundes (LSB). Schneeloch, zugleich auch Vorsitzender der eads, verwies in Velen auf die zurzeit keineswegs rosige Finanzlage des organisierten Sports. Spürbare Einbußen bei Mitteln aus dem „Spiel 77", aus denen der Landessportbund etwa die Hälfte seines Jahresetats abdeckt, seien hinzunehmen, was auch als Folge der Konkurrenz durch die privaten Wettanbieter gewertet werden müsse.

Unter Leitung des Rektors der Sporthochschule Köln und des eads-Präsidiumsmitglieds Prof. Dr. Walter Tokarski wagten die Fachleute Prognosen und warfen mögliche Strategien für die künftige Entwicklung auf. Mikkel Guds Ye von der Universität Kopenhagen beleuchtete das Lotteriewesen in Dänemark und dessen Bedeutung für den dänischen Sport. Er konnte aktuell vermelden, dass in einem Gerichtsurteil der dänische Sportverband gegen einen privaten Wettanbieter gewonnen hat.

Georg Nagel, Leiter des Referats Glücksspiel im NRW-Innenministerium, referierte über „europa- und verfassungsrechtliche Einflüsse auf die künftige Regelung der Sportwetten in Deutschland", und mit dem Justitiar von Westlotto, Hubert Sicking, war ein Praktiker geladen, der aus Sicht eines staatlichen Anbieters (Fußballwette „Oddset") die derzeitige Rechtproblematik darstellte.

Denn nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVG) vom März dieses Jahres müsse vor allem „die Suchtgefahr eingeschränkt" werden. Es sei demnach zwar zulässig, das staatliche Monopol auf Sportwetten zu erhalten. Das Gericht stellte es gleichwohl auf den Prüfstand und gab dem Gesetzgeber strikte Auflagen vor: Gerechtfertigt ist ein Monopol danach nur, wenn es dem Schutz der Spieler und der Einschränkung der Suchtgefahr diene.

 Die Existenz des Sports mit all seinen gesellschaftlich-sozialen Aufgabenstellungen stehe auf dem (Wett-)Spiel, wenn die bisherigen finanziellen Mitteln aus dieser Quelle nicht mehr flössen, bekräftige LSB-Präsident Walter Schneeloch zum Schluss in einer Podiumsdiskussion: „Wir sprechen über eine fundierte, langfristige Sicherung des Sports. Dafür darf die finanzielle Basis nicht wegbrechen. Sie hat existenzielle Bedeutung."

 

Veranstaltungsprogramm

Vortrag von Dr. Christian Krähe (Konstanzer Arbeitskreis für Sportrecht )

 

mehr zum Thema: 

www.wir-im-sport.de

http://www.isa-casinos.de/articles/s.html

http://www.sportrechturteile.de/News/ARGESportrecht/news7581.htm

http://www.dosb.de/fileadmin/Bilder_allgemein/Gl_cksspirale/Kommunikee_Presse.pdfl  



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